„Jeder Mensch ist gleich viel Wert“

Die ungleiche Chancenverteilung bei der Ausbildung und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen löst immer wieder große Betroffenheit in der Bevölkerung aus. Doch tatsächliches Engagement, um etwas an dieser Situation zu verändern, bleibt oftmals aus. Diese Tatsache rief Ferdinand Miltschitzky bei der Jahresversammlung des ejsa-Förderkreises den rund 50 Gästen ins Gedächtnis. Der Sprecher des Förderkreis-Ausschusses, der sein Amt in 2017 an Dr. Alfred Lechner abgibt, dankte allen Anwesenden umso mehr für ihre Verbundenheit zur ejsa Regensburg und die Unterstützung von deren Leistungen als freier Träger der Jugendhilfe.

Gerade den Aktivitäten im ejsa-Familienzentrum komme ein Großteil der vom Förderkreis generierten finanziellen Zuschüsse zu Gute, wie Miltschitzky anhand eine Aufstellung der Ausgaben darlegte. Wichtige Geldquelle für den ejsa-Förderkreis seien dabei neben den Mitgliedsbeiträgen Benefizveranstaltungen wie das Konzert des Gospel-Ensembles „Deliverance“ oder der Auftritt des Statt-Theaters. Zur Spenderin des Jahres wurde in 2016 Gabi Meyer-Schübl erkoren, die für eine Essgeschirr-Grundausstattung für das neue Wohnprojekt der ejsa im ehemaligen Marienstift sorgte.

Eben jenes Wohnprojekt für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, das im Dezember einen guten Start hinlegte, bezeichnete Hans-Jürgen Fehrmann, Geschäftsführer der ejsa Regensburg, bei seinem Rückblick auf 2016 als seine persönliche „Freude des Jahres“. Weitere Höhepunkte waren u.a. das 10-jährige Jubiläum des Ganztagsangebots an der Mittelschule Schierling, die erstmalige Durchführung eines Schuljahresabschlussfestes mit allen ejsa-Mitarbeitenden und die Feier zum 20-jährigen Bestehen des ejsa-Schülercafés. Doch auch einen besonderen „Ärger des Jahres“ gab es für Fehrmann: So wurde die Arbeit der Einrichtung mit der Änderung von Richtlinien im Bereich der Offenen Ganztagsangebote von Ministeriumsseite unnötig erschwert. „Unser Wunsch ist mehr Kommunikation im Zuge solcher Vorhaben und ein partnerschaftliches Verhältnis“, so der ejsa-Geschäftsführer.

In seinem Vortrag beleuchtete Pfarrer Ulrich Burkhardt, örtlich Beauftragter für die ejsa Regensburg, den Zusammenhang zwischen Reformation und evangelischer Jugendsozialarbeit. Er rief die Zuhörer dazu auf, den Grundgedanken der Reformation, die gleiche Wertigkeit des einzelnen Menschen, gemeinsam hochzuhalten und im täglichen Handeln weiter zu tragen. Die Jahresversammlung wurde abgerundet durch die musikalische Untermalung der Gruppe „Dirty Brass“ und der Möglichkeit für Gespräche bei Knabbereien und Getränken.